Nordkirche - PTI

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Verschiebung von Konfirmationen

Empfehlung von Gothart Magaard, Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein

1) Es wird den Gemeinden im Kirchenkreis in aller gebotenen Dringlichkeit empfohlen, alle in diesem Jahr geplanten Konfirmationen bis auf weiteres zu verschieben und vorerst darauf zu verzichten, mögliche Ersatztermine zu nennen.
2) Die Konfirmationsgottesdienste für den aktuellen Jahrgang können erst dann terminiert werden, wenn die Einschränkungen des öffentlichen Lebens wieder aufgehoben sind.

Entscheidungsunterstützung Konfirmationen in den Zeiten von Corona

Liebe Kolleg*innen in der Konfirmanden-Arbeit,

alles das, was Konfirmationen sonst so schön macht – die vollen Gottesdienste, das Anreisen der Gäste aus ganz Deutschland und darüber hinaus, die Beteiligung von ganz jung bis ganz alt – alles das könnte plötzlich durch einen Virus zu einer Ansteckungsgefährdung werden. Die Informationen werden täglich aktualisiert (auch hier im PTI), viele sind verunsichert.

Bestimmt haben Sie schon längst Anfragen erreicht, ob die Konfirmationen gefeiert werden oder nicht und viele Entscheidungen getroffen, so schwer sie waren.

Alle wissen: Die Konfirmationen zu verschieben bedeutet für die Familien, Gemeinden und Beteiligten viel Aufwand und Arbeit. Bei einigen Familien wird auch eine finanzielle Sorge sichtbar: Reservierungen von Restaurants, Einladungen und gebuchte Tickets bis hin zu gekaufter Garderobe können eine besondere Härte sein.

Die Anweisungen der Bundesrepublik sind deutlich. Für die Konfirmationsfeiern ist das leicht übertragbar: Die Verlangsamung der Ausbreitung und - das ist im besonders zu bedenken - den Schutz der "Großeltern", d.h. der Personen, die besonders gefährdet sind, ist nun das vorrangige Anliegen.
Menschen durften schlicht nicht in die fatale Entscheidungsituation kommen: Nimmt man das Risiko auf sich, sich anzustecken oder verzichtet man auf eine Feier, die für das Kind / Patenkind / Enkelkind einzigartig ist.

Wer noch im Prozess der Absagen steckt oder noch mal ein paar Anregungen lesen möchte, sei eingeladen sowohl dieses Schreiben weiter zu lesen, unter dem Link pti.nordkirche.de/lernort-gemeinde/arbeit-mit-jugendlichen-konfirmandinnen/konfirmation-in-corona-zeiten.html
nach Materialien zu stöbern oder sich auch an mich direkt zu wenden: Irmela Redhead, irmela.redhead@pti.nordkirche.de, 0175 625 04 92.
Es mögen Hilfestellungen sein, die Sie hoffentlich ermutigen, gute Wege und passende Ideen zu entwickeln, was in den nächsten Monaten möglich sein wird.

Beratung im KGR
Es ist davon auszugehen, dass immer mehr Familien nachfragen werden – auch wann denn die Ersatztermine sein könnten. Vielleicht muss das noch nicht entschieden werden. Vor den Sommerferien laut den aktuellen und offiziellen Verlautbarungen auf jeden Fall nicht.

Bei Ihren Überlegungen ist natürlich wichtig, zu bedenken, dass dann irgendwann alle Konfirmand*innen eine Möglichkeit zur Teilnahme haben.
Bedacht werden sollten auch mögliche Ausnahmen in Härtefällen: z.B. zieht vielleicht ein*e Konfirmand*in zum Schuljahreswechsel um, vielleicht befürchten die Familien, das es das letzte Familienfest für ein hochbetagtes Familienmitglied werden könnte, …Wäre dann eine kleine Konfirmationsfeier zu Hause möglich?
Und kann finanziell bedrohten einzelnen Familien ein Entgegenkommen geboten werden? Z.B. Bereitstellung des Gemeindesaals zum Feiern an den neuen Terminen?

Da sich vermutlich nun viel in den Herbst verschiebt, versuchen Sie, kreative und schön zu gestaltende Möglichkeiten zu finden, die restliche Konfi-Zeit on- und offline zu gestalten:
Freitagabend, samstags oder natürlich auch sonntags können Konfirmationsgottesdienste gut gefeiert werden. Auf unserer homepage stelle ich immer wieder Materialien ein – senden Sie mir gerne auch Ihre Ideen mit Ihrem Namen und Kontaktdaten (falls es Rückfragen gibt) zu. Das wäre prima! Gemeinsam entsteht dann ein wunderbarer Pool.

Information der Familien
Sie werden vermutlich jetzt schon mit den meisten Familien Kontakt gehabt haben. Den Familien wird es gut tun, wenn sie merken: sie werden informiert, ihre Gemeinde nimmt die aktuelle Situation ernst und vielleicht kommen ja auch aus deren Kreis gute Vorschläge? Aus den derzeitigen Rückmeldungen ist zu spüren, dass die meisten Familien erleichtert sind, wenn der Kontakt zu ihnen gesucht wird.

Begleitung der Familien und Konfirmand*innen
Wenn Sie (je nach Anzahl der jungen Menschen) die Familien telefonisch oder per Mail / Post informieren / informiert haben, verabreden Sie bitte die Informationswege in die eine sowie in die andere Richtung. Wünsche, Anliegen und Befürchtungen wollen sicher mitgeteilt werden.
Und vielleicht fallen Ihnen ja wohltuende Ideen ein, den Familien über den schriftlichen Weg etwas Gutes zu tun: Ostergrüße, Bilder der bisherigen Konfi-Zeit mitschicken, Segenskarten… Was verbinden Sie mit Ihrer Gruppe /Gruppen und was könnte den jungen Menschen und ihren Familien gut tun?

In der Zeit, in der keine Konfi-Treffen stattfinden können, ist es vielleicht angemessen, kleine verbindende Aktionen einzuleiten, zum Beispiel: „Macht bitte, wer kann und mag, Handyfotos am Ostermorgen und schickt sie mir.“ Oder kleine Rundfragen: „Was bedeutet Dir Ostern / Segen / Dein Konfi-Spruch?“, „Wie geht es Dir / Deiner Familie? Brauchst Du Unterstützung?“ Vielleicht kann eine Konfi-Gruppe sich auch verabreden – die Zustimmung der Erziehungsberechtigten vorausgesetzt – in der Nachbarschaftshilfe tätig zu werden? Eine weitere Möglichkeit ist, Filme zu Konfi-Themen auf Youtube zu suchen und dazu in einer digitalen Konfi-Gruppe zu chatten. Die Plattform „zoom.us“ bietet die Möglichkeit, ohne Kosten mit einer ganzen Gruppe eine Video-Konferenz zu gestalten.
Neben praktischer Unterstützung oder Redeangebote entsteht aus den kleinen Rundanfragen vielleicht eine besondere Konfirmationsansprache, die sich in die Erinnerung der Konfis einfügt.
Vermitteln Sie bitte Ihren Konfis weiterhin und noch verstärkter, das Sie sich auf das Fest der Konfirmation freuen, auch wenn es erst später stattfinden kann!

Weitere Planungen
Wenn gemeinsame Treffen wieder möglich sind, können ein paar Termine neu verabredet werden, die die Zeit bis zur Konfirmation überbrücken: Ein längeres Treffen am Freitagabend mit Essen, gemeinsames Vorbereiten der Konfirmation, in der die Gefühlslage der Konfis gut eingebunden werden kann, gemeinsame besondere Andachten in der dunklen Kirche bei Kerzenschein … Sollte es noch „Pflichten“ zu erfüllen geben, seien Sie großzügig.
Es wird wichtiger sein, den Konfis das Gefühl des Ernstgenommenseins zu geben, als dass sie noch etwas auswendig lernen.

Da sich evtl. dann die Termine mit dem neuen Jahrgang überschneiden, besinnen Sie sich gerne auf die Gemeinschaft der Dienste: mit Diakon*innen, Gemeindepädagog*innen, Hauptamtlichen aller Couleur der Nachbargemeinden lassen sich bestimmt spannende und ansprechende Lösungen finden. Vielleicht sogar nachhaltige Ideen für ein buntes Konzept in der Region?

Bleiben Sie behütet, zünden Sie zwischendurch eine Kerze an, nicht alles muss auf einmal passieren. Herzliche Grüße und Gottes Segen für Euch, Eure Arbeit und die Zeit mit den Konfis!

Stand: 20.3.2020

Kleine Ideen für die Arbeit mit Konfis

Konfis gestalten Osterkerzen für andere
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Andacht für Konfis für Zuhause
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#ostersteine #stärkeralsdertod #hoffnunghamstern
Eine mögliche Konfi-Einheit zu Ostern „auf Distanz“
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Mut – mach - Ideen für Interaktionen mit Konfirmand*innen ohne reguläre Gruppenbegegnung
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Kreative Konfi Kleinigkeiten
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Kreative Konfi Kleinigkeiten - Hoffnung pflanzen
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Passion und Ostern digital gestalten. Eine Konfi-Einheit aus der Kirchengemeinde Schnelsen, 20.3.2020
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